Business

So wächst dein Umsatz durch dein Netzwerk

Gastbeitrag von Eva Laspas.

Wenn du noch Einzelunternehmerin bist, stößt du irgendwann einmal unweigerlich an eine Umsatzgrenze. Das ist der Zeitpunkt, wo du deine Zeit voll ausgeschöpft hast.

Und das ist für viele Unternehmerinnen eine Falle.

War es auch für mich. Ich habe im Oktober 2000 gegründet. Zwölf Jahre später hatte ich fünf Messen pro Jahr, ein Print-Magazin und machte fast alles alleine. Kurzsichtig, aber aus Fehlern lernen wir.

Ich dachte, ich verdiene mehr, wenn ich alles selber mache. Für die wichtigsten Dinge hatte ich natürlich eine Studentin, eine Webmasterin und meine Tochter half mir auch hier und da.

Doch damit multiplizierte ich meine Arbeitskraft nicht wirklich.

Bald stand ich mit dem Umsatz an. Mehr als € 140 000.- im Jahr waren nicht drinnen. Und ich war ausgepowert.

Ich wusste, eine Lösung muss her: „Entweder ich baue mir ein Team auf oder ich nehme mir Kooperationspartner mit ins Boot.“

Da ich zu diesem Zeitpunkt damals schon viel zu lange gewartet hatte, und keine Zeit mehr für Teamaufbau war, griff ich auf mein funktionierendes Netzwerk zurück. Das ich mir Jahre davor aufgebaut hatte.

In diesem Artikel erfährst du,

  • wie du die erste Falle in einem gut gehenden Business erkennst.
  • Und wie du mit Hilfe aus einem tragfähigen Netzwerk aus ihr heraus kommst.

Der Umsatz stagniert: So erkennst du, dass es Zeit für ein Team ist

Du bist Expertin auf einem Gebiet und daher siehst du, was deine Kunden wahrscheinlich – zusätzlich oder als nächste Stufe – brauchen werden.

Da gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Das kannst du selber abdecken – das machen auch viele Selbstständige. Sie machen noch einen Kurs und noch einen. Und haben dann den berühmten Bauchladen.
    Denn in der Zeit, wo du fremde Fertigkeiten erlernst, kannst du deine eigene Expertise nicht ausbauen. Damit bleibst du mittelmäßig und hast kein Alleinstellungsmerkmal. Und ohne Alleinstellungsmerkmal hast du es sehr schwer auf dem Markt.
    Und da alles du für den einen Kunden machst, hast du keine Zeit, weitere Kunden zu akquirieren. Hast du den Kundenauftrag fertig, stürzt du in ein finanzielles Loch – du hattest ja keine Zeit, dich um neue Kunden zu kümmern. Damit bleibst du mit deinem Umsatz und Gewinn immer ziemlich am Limit. Du bekommst nie das Gefühl, dass du sicher bist.
  2. Du baust dir ein eigenes Team auf – Angestellte oder virtuelle Assistenten
    Dazu braucht es einen gewissen dauerhaften Umsatz. Denn das Team darf erst lernen, so zu arbeiten, wie du das möchtest. Und du darfst lernen, ein Team zu führen und so zu kommunizieren, dass dein Team versteht, was du willst. Beides braucht Zeit. Erst dann, wenn du sicher bist, dass alles gut läuft, kannst du deine Aufträge splitten. Doch bis dahin verdienen deine Teammitglieder mehr als du.
  3. Oder du findest Menschen, die ähnlich ticken wie du und empfiehlst sie deinem Kunden weiter.
    Dafür brauchst du ein tragfähiges Netzwerk. Das funktioniert auch nicht von heute auf morgen. Fange also früh genug damit an, dir dein Netzwerk aufzubauen.
    Viele haben Angst, dass sie den Kunden verlieren. Nein, ganz im Gegenteil. Wenn du deine Expertise klar definiert hast, ist es logisch, dass sie irgendwo endet. Wenn du also erstklassige Experten empfehlen kannst, stärkt das deine Expertise.

Kooperationen und Team aus dem Netzwerk

Also: Wenn du noch kein eigenes Team hast, weil du dafür zu wenig verdienst, hilft dir ein tragfähiges Netzwerk.

Das müssen keine tausend Menschen sein, im Gegenteil, ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch beim Netzwerken die 80/20 Regel zum Tragen kommt.
Von zehn Menschen, die du im Netzwerk hast, arbeitest du mit zweien richtig gut zusammen.
Wenn du dein Business mit Kooperationspartnern erweiterst, brauchst du eine Auswahl.
Daraus folgt, dass du einen ordentlichen Grundstock an vertrauten Menschen brauchst. Und du für alle angrenzenden Bereiche deiner Expertise Menschen hast, denen du deinen wertvollen Kunden anvertrauen kannst. Denn es braucht Vertrauen, miteinander zu arbeiten.
Viele Kooperationen zerbrechen, weil Angst regiert. Sobald sich nur einer fürchtet, dass er zu kurz kommt, ist die Sache schon besiegelt, ehe sie noch gestartet hat.
Und die Kooperation darf genau geplant und durchgesprochen werden. Und finanziell abgeklärt. Viele machen den Fehler, dass sie über Geld nicht sprechen. Und dann geht die Kooperation auseinander, weil jeder andere Vorstellungen hatte.
Selbstverständlich darf dir dein Kooperationspartner Provision bezahlen. Das ist wie eine Werbeausgabe für ihn, die er nicht in irgendwelche Inserate gesteckt sondern dir bezahlt hat. Und diese Provisionen steigern deinen Umsatz, ohne dass du „an der Front“ dafür arbeitest.

Wenn es kein Netzwerk gibt, musst du dir eines schaffen

Gehe also hinaus und finde ein Netzwerk, das zu dir passt. Hier kannst du bei Petras Artikel nachlesen, die du ein passendes Netzwerk findest. (https://petrapolk.com/welche-netzwerk-events-passen-zu-dir/)

Wenn es in deiner Region kein Netzwerk gibt, dann sei die erste und gründe eines. Unterstützung findest du im Netzwerk W.I.N. Women in Network® von Petra Polk. Das können auch zwei oder drei Menschen sein, mit denen du dich regelmäßig triffst, damit ihr euch kennen lernt.

Denn das ist das Wichtigste überhaupt für mich – ich kann niemanden empfehlen, wenn ich ihn nicht kenne. Und seine Arbeit kenne. Das kann ich aber nur, wenn ich diesen Menschen öfter sehe, treffe und mit ihm spreche. Und seine Dienstleistung teste.

Und dann finde Menschen, die das Prinzip der Kooperation verstehen!

Als ich mich im Oktober 2000 selbstständig gemacht hatte, gab es kaum Netzwerke in Wien. Jedoch war mir sofort klar, dass es ohne ein Netzwerk nicht geht. Mit meiner Onlinezeitschrift im Gesundheitsbereich hatte ich so viele unterschiedliche Aufgaben – Webmaster, Grafik, Presse u.a. Und ich wollte Reichweite gewinnen. Damals gab es auch noch keine Social Medias.

Also habe ich mit Unterstützung vom POOL der Wirtschaftskammer Wien das  „Empfehlungsnetzwerk“ gegründet. Über die kammereigene Zeitung wurden in regelmäßigen Abständen Inserate geschalten, und so bekam das Netzwerk regelmäßig neuen Zulauf. Wir waren mehr oder weniger JungunternehmerInnen, die im Gesundheitsbereich tätig waren.

Damals kostete eine Webseite horrendes Geld und musste von einem Webmaster gemacht werden. Daher war mein Geschäftsmodell im Jahr 2001, dass ich anderen UnternehmerInnen Partnerseiten verkaufte. So hatten diese um wenig Geld eine Partnerseite mit ihren Kontaktdaten bei mir (und im Netz). Und sie konnten ohne viel Aufwand Artikel und ihre Termine verbreiten.

Aus der Onlinezeitschrift und dem Netzwerk entwickelte ich die Gesundheitsmessen Festival der Sinne und das Festival der Sinne-Journal, das uns das ganze Messejahr begleitete.

So geht es im zweiten Anlauf

Das Modell habe ich seit 2015 wieder – diesmal mit meinem Festival der Sinne-Onlinemagazin – denn heutzutage kann man zwar sehr leicht eine eigene Webseite bekommen. Aber es ist schwieriger als je zuvor, dass sie im Netz gefunden wird. Ohne, dass man dafür selber ständig Werbung macht.

Mittlerweile habe ich mich aber weiter spezialisiert – denn durch meine Tätigkeiten rund um die Messe erkannte ich, wo meine tatsächliche Leidenschaft lag: Im Marketing und da im Erstellen von kompletten Text-Konzepten – denn Text zieht sich durch dein ganzes Business.

Doch da es mir wichtig ist, dass alle Frauen ihre Berufung leben können, habe ich die Akademie Schreiben lernen gegründet. Dort kann man all das selber lernen, was andere (in viel kürzerer Zeit) mit mir und meinem Team erarbeiten. Denn dein Erfolg soll nicht von deinem Startkapital abhängig sein.

Aber diesmal investierte ich rechtzeitig in ein Team. Zurzeit arbeiten vier VA’s regelmäßig für unterschiedliche Bereiche für mich, zwei weitere werden dieses Jahr noch dazu kommen. Schon jetzt fühle ich mich viel freier. Ich arbeite weniger selber an der „Front“, koordiniere die Aufgaben und verdiene aber gleichmäßig Geld.

Viel Erfolg mit deinem Business und dem Netzwerken!

Deine Eva Laspas

https://www.laspas.at/

Beitragsbild: Bru-nO pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sign up to our newsletter!