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Etikette Regeln beim Netzwerken

Brauchen wir eigentlich Etikette Regeln beim Netzwerken? Netzwerken entsteht auch schon in der virtuellen Welt über XING, Linkedin, Facebook, Twitter und Co. Überall da, wo sich Menschen miteinander verbinden, um sich auszutauschen. Stil und Etikette gehört dazu, um erfolgreich Netzwerke zu nutzen.

Die meisten Menschen verbinden mit Knigge und Etikette oftmals steife Regeln, wie man  richtig isst! Knigge und Etikette kann man jedoch nicht automatisch nur mit „ steifen Regeln“ und „Tischmanieren“ verbinden.

Adolph Freiherr von Knigge hat in seinem berühmten Werk „Über den Umgang mit Menschen“ Regeln aufgeschrieben, wie man stil- und taktvoll miteinander umgeht. Das Buch wurde vor 250 Jahren Jahren geschrieben. Es hat jedoch heute noch in vielen Bereichen des Lebens seine Gültigkeit.

Netzwerken fängt nicht nur beim Netzwerktreffen an, sondern oft schon vorher, wenn man sich virtuell „vernetzt“.

Kennen Sie das kleine 1×1 der Etikette Regeln oder die „Spielregeln“beim Netzwerken? Heute möchte ich Ihnen die wichtigsten Tipps für ein erfolgreiches Netzwerken mit Stil mit auf dem Weg geben.

A wie Anstand. Geizen Sie nicht mit Ihrem Wissen. Loben Sie andere und machen Sie anderen auch öfter mal ein Kompliment. Mein Tipp zum Netzwerken und Aufbau vom Expertenstatus: Geben Sie anderen, wenn man sie darum bittet, auch einen gut gemeinten Rat. Knigge meinte in der Hinsicht „Gehe von niemanden oder lass niemanden von Dir, ohne ihm etwas Lehrreiches oder etwas Verbindliches gesagt und mit auf den Weg gegeben zu haben.“ Wenn Sie Ihr Wissen als „kleines“ Geschenk weitergeben, wird man Sie auch gerne weiterempfehlen oder Ihre Dienstleistung nutzen.

A wie Aufmerksamkeit ist das A und O beim Netzwerken. Hören Sie aktiv zu und stellen Sie gezielt Fragen, um Ihren Gegenüber besser kennenzulernen. Mein Lieblingszitat von Freiherr von Knigge dazu ist: „Interesse Dich für andere, wenn Du willst, dass andere sich für Dich interessieren.“

A wie Authentizität bedeutet, nicht mehr „Schein als Sein“ zu sein. Präsentieren Sie sich, so wie Sie sind und versuchen nicht, etwas anderes darstellen zu wollen. Bereits Freiherr von Knigge hatte in seinem Buch einen guten Spruch dafür parat „Sei, was Du bist, immer ganz und immer derselbe. Nicht heute warm, morgen kalt; heute grob und morgen höflich und zuckersüß.“

D wie Diskretion. Das ist leider oft eine seltene Tugend geworden. Lästern ist jedoch stillos und bringt Sie beim Netzwerken nicht weiter. Selbst wenn Sie wissen, dass der ein oder andere Netzwerker gerade erst sein Business aufbaut oder im Moment Schwierigkeiten hat, geht das niemanden etwas an. „Enthülle nie auf unedle Art die Schwächen Deiner Nebenmenschen, um Dich zu erheben! Ziehe nicht Ihre Fehler und Verirrungen an das Tageslicht, um auf Ihre Unkosten zu schimmern.“ (Knigge)

E wie Ehrlichkeit ist oftmals beim Netzwerken eine unterschätze Tugend. Wie heißt es doch so schön „Ehrlichkeit währt am längsten.“ Seien Sie ehrlich beim Netzwerken und versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können. Seien Sie auch ehrlich beim Feedback geben oder bei einer gut gemeinten Kritik.

H wie Höflichkeit denn die Zauberwörter „Bitte“ und „Danke“ sind eigentlich selbstverständlich. Zur Höflichkeit gehört es auch, sich stilvoll bei Fehlern oder zu spät kommen zu entschuldigen. Sagen Sie Einladungen rechtzeitig zu oder ab, damit der Gastgeber planen kann. Bei einem „vielleicht“ sollten Sie spätestens 2 Wochen vorher Ihrer Status ändern und zu –oder absagen.

I wie Interesse. Zeigen Sie Interesse beim Netzwerken, indem Sie auf Anfragen in sozialen Netzwerken zeitnah (innerhalb einer Woche) antworten. Möchten Sie mehr über die Person erfahren, vereinbaren Sie ein 4-Augen-Gespräch und tauschen wichtige Dinge nicht einfach über mehrere Nachrichten aus. Das ist stillos und zeugt von halbseitigem Interesse.

P wie Pünktlichkeit. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Lassen Sie andere nicht unnötig warten und geben rechtzeitig Bescheid, wenn Sie doch unverhofft zu spät kommen sollten. Überpünktlichkeit kommt auch nicht gut an. Bei einer genauen Zeitvorgabe für ein persönliches Kennenlernen reicht es, wenn Sie 10 Minuten vorher da sind. Die andere Person könnte eventuell noch in anderen Aktivitäten involviert sein und sich „leicht gestört“ fühlen. Bei einem Netzwerktreffen können Sie max. 30 Minuten vorher da sein, um schon vor Beginn Kontakte mit anderen zu knüpfen.

R wie Respekt. Respektieren Sie abgelehnte Kontaktanfragen. Störenfriede oder Trolle, die Netzwerke nutzen, um eigenen Missmut kund tu tun, können Sie jederzeit ignorieren oder einfach löschen. Soziale Netzwerke sind nicht dazu da, um andere Menschen zu beleidigen. Respektvoller Umgang beginnt bereits mit der Ansprache. Ich empfehle Ihnen beim „Sie“ zu beginnen.

T wie Taktgefühl: Entscheiden Sie mit Takt, welche Kontakte sie wann und wie pflegen möchten. Lernen Sie Ihren Netzwerkpartner erst einmal richtig kennen und tauschen Sie sich aus, bevor Sie mit der „Tür ins Haus“ fallen. Netzwerke leben vom „geben“ und „nehmen“ – nicht vom verkaufen, sondern von Empfehlungen. Bringen Sie Ihre Dienstleistung und sich selbst beim Elevator Pitch auf den Punkt und warten Sie, bis jemand von selbst Interesse an Ihnen und Ihrer Dienstleistung oder Ihren Produkten hat.

T wie Toleranz. Tolerieren Sie die Meinung anderer und versuchen Sie nicht verkrampft auf Abwehrposition zu gehen oder in die allgemeine Argumentationsfalle zu stolpern, wenn Sie das Gefühl haben, dass andere Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung nicht gut finden. Tolerieren Sie auch die kleinen, möglichen „Schwächen“ Ihrer Netzwerkkontakte.

W wie Wertschätzung. Dazu zählt z.B. auch ein kleines Geschenk für eine Empfehlung, der zu einem Kunden für Sie geworden ist. Wie heißt es doch so schön „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.“ Wertschätzen Sie auch Kontakte im Netzwerk, mit denen Sie eng befreundet sind, indem Sie diesen Menschen eine schöne Karte zum Geburtstag und zu Weihnachten zukommen lassen. Verwenden Sie hier bitte keine Standardsprüche, sondern schreiben lieber einen persönlich gewidmeten Gruß.

Z wie Zuverlässigkeit. Halten Sie Ihre Zusagen und Versprechen stets ein. Sollte es zu einem terminlichen Engpass kommen, geben Sie Ihrem Kontakt unbedingt vorher Bescheid und vereinbaren einen neuen Termin oder eine neue Dateline. Wer zuverlässig ist und sich stilvoll benimmt, gewinnt schnell das Vertrauen von anderen.

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Über die Autorin: 

Janine Katharina Pötsch ist Stilexpertin, Image- und Dresscode Beraterin, zertifizierte Knigge Trainerin und Vorstandsmitglied in der Deutsche Knigge Gesellschaft e.v.

Sie coacht, berät und trainiert Privat- und Firmenkunden im Einzeltraining sowie in Seminaren und Workshop rund um das Thema Stil, Image und Etikette. Denn „Wenn Sie gekonnt wirken, kommt der Erfolg. Ganz von allein.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.gekonnt-wirken.de und www.knigge-mit-stil.de

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