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Coworking als Networking

 

Gastbeitrag von Doris Schuppe von CoWorking rayaworax

 

Netzwerken ist wichtig, da sind wir uns fast alle einig. Ich kenne jedoch viele, die sich auf Networking-Treffen sehr unwohl fühlen. Wer sich hier zurückhaltend verhält, kommt nur mit wenigen Personen in Kontakt. Und die sind gerne in Themen aktiv, die zumindest auf den ersten Blick in keiner Verbindung zum eigenen Business stehen. Coworking ist dagegen eine sehr angenehme Art mit anderen Menschen in ähnlichem oder ergänzendem Tätigkeitsfeld “zufällig” in Kontakt zu kommen.

 

“Ich fühle mich fehl am Platz, wenn ich auf ein Netzwerk-Treffen gehe. Da weiss ich gar nicht was ich sagen soll. Das ist Zeitverschwendung für mich.” Kommen diese Gedanken bekannt vor? Dann unbedingt die 8 wertvollen Ratschläge für Introvertierte, Schüchterne und Sensitive von Inga Dahlhoff hier im Blog lesen. Dazu möchte ich den Aspekt des gemeinsamen Arbeitens aufzeigen, der den dritten Tipp “Netzwerken kann überall stattfinden” hervorragend erweitert.

 

Menschen lernen Menschen kennen, keine Profile

Beliebte Rückzugsgebiete wie Einzelbüro oder das Home-Office unterstützen wenig, uns mit interessanten beruflichen Kontakten auszutauschen. Sicher, heute ist durch die vielfältigen Online-Vernetzungsangebote mehr fachlicher Kontakt möglich als vor einigen Jahren. Ich bin selber über 25 Jahre online aktiv, und habe den Wandel in der ersten Reihe mitbekommen.

Stets war es jedoch so, dass sich Menschen, die einander virtuell kennen lernen, erst nach einem Treffen im “wahren Leben” genauer einschätzen können. Vertrauen aufbauen können. Freundschaften vertiefen können. Das funktioniert nur in Ausnahmefällen mit dem Online-Profil eines Mitmenschen.

 

Warum nicht mal mit einem virtuellen beruflichen Kontakt zum Arbeiten treffen? Wie wäre es ein wenig die Komfortzone zu verlassen und neue Inspirationen zu erhalten? Wenn die Tätigkeit hauptsächlich per Computer erfolgt, sind die Optionen da, es muss nur zugegriffen werden.

 

2009 traf ich mich regelmäßig mit Münchnern zum Arbeiten im manchmal lauten Café mit Internetzugang, da wir noch keinen Coworking Space in München hatten. Heute gibt es an vielen Orten verschiedene Möglichkeiten, tageweise den eigenen Laptop aufzuklappen und per Internet den beruflichen Projekten nachzugehen.

 

Vernetzungen passieren beim Arbeiten

Meistens haben die Coworking Spaces eine bunte Mischung von Coworkern, die in den unterschiedlichsten Disziplinen tätig sind. Eher seltener sind Angebote mit einer branchenspezifischen Community, beispielsweise Software-Entwickler. Genau im wechselnden Mix der Coworker in einem Space liegt der Networking-Erfolg auf die sanfte Art: Hat jemand eine Frage, kann sie eventuell mit Hilfe eines anderen Space-Nutzers beantwortet werden.

 

Braucht ein Projekt eine Übersetzung, kann die Dolmetscherin zwei Tische weiter gebucht werden. Soll ein Webdesign-Entwurf rasch auf seine Wirkung getestet werden, einige der Community geben gerne an einer Tasse Kaffee Feedback, wie das Design auf sie wirkt.

 

Bemerkt? Statt neue Kontakt aktiv zu knüpfen, kommen diese Verknüpfungen zu anderen Coworkern im normalen Arbeitsalltag von alleine. Einige “Kollegen” am Tisch nebenan kommen täglich herein, andere nur einen oder mehrere Tage in der Woche. Es gibt zwanglose Gespräche an der Kaffeemaschine, bei gemeinsamen Pausen mittags oder am Nachmittag.

 

Betreiber des Coworking Space kennen ihre Community und vernetzen aktiv durch gegenseitiges Vorstellen. Coworker stärken sich gegenseitig mit kleinen Hilfestellungen, die einander näher bringen. Ein Tag ist hier nie vergeudet: Mindestens wurden die eigenen Aufgaben erledigt, Mails bearbeitet oder Angebote geschrieben. Dazu neue Kontakte geknüpft. Ganz sanft und unaufdringlich.

 

Kopf über ins Meer

Ich spreche hier von keinem theoretischen Modell, sondern vom eigenen praktischen Erleben. In verschiedenen Angeboten machte ich meine Erfahrungen und Beobachtungen. Im Bloginterview mit Sina Brübach / combinat56 sagte sie sehr treffend, Coworking sei quasi Social Media im realen Berufsleben (http://www.doschu.com/2012/06/5-antworten-social-media-coworking/). Im Social Web findet Vernetzung statt, und genauso ist es auch beim Coworking. Das kann ich nur bestätigen.

Diese gegenseitige Anteilnahme, dieses Ausbrechen aus der Isolation als Selbständige bringt neue Ideen, gibt Inspiration. Und so kam es, dass eine auszog, das Coworking ins Feriengebiet zu tragen. Um dort lebende “Expats” zu vernetzen und um gemeinsam mit anderen Online-Werktätigen einen kreativen Ort inmitten einer anregenden Umgebung zu nutzen.

 

Herzliches Servus vom Meer bei Santanyí, im Südosten Mallorcas,

Doris Schuppe

 

Statement Petra Polk

Ich kann das nur bestätigen. Ich liebe Arbeiten unterwegs und im Juli 2015 habe ich mir selbst die CoWorking Station von Doris angeschaut und wir hatten dort unseren ersten Networking Event auf Mallorca. Social Media macht es möglich.

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